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Der MEVA - Blog
Albrecht Weinert


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Albrecht Weinert

Ubuntu und VirtualBox

Warum sollte man Ubuntu in einer VirtualBox auf Windows installieren wollen?

Auch in einer von Windows geprägten Umgebung hätte man ab und zu gerne auch mal ein Linux-System — und sei es nur um Interoperabilität und Kompatibilität von Werkzeugen und Software zu testen. Der Bedarf hierzu ergibt sich insbesondere bei größeren Java-Softwareprojekten, wie Frame4J, Eclipse, Tomcat etc.

Die Ziele einer solchen Linux-Installation sind im Allgemeinen:

  1. Grundsystem mit Linux-typischen Werkzeugen zum Kennenlernen.
  2. Web-Zugang (mit Browser etc.).
  3. Zugang zu Windows-Ressourcen (file, print) oder
  4. Windows-Zugang zu Linux-Verzeichnissen oder beides.
  5. Java-Development-Kit von Sun (1.6.16 oder höher).
  6. Diverse Java-Erweiterungen insbesondere Frame4J und Zugriff zu Schnittstellen.
  7. IDE, Eclipse (3.4).
  8. Zugang zu Content- und Versionsverwaltungssystemen auf Windows-Servern (SVN, cvsNT u.a.).
  9. Weitere (Software-, CAx-) Engineering-Tools

Nachträglicher Einschub, Juni 2010: Bevor Sie zuviel hoffen, lesen Sie den Nachtrag am Ende.

Neben einer stand-alone Installation von (für Windows-verwöhnte vorzugsweise) Ubuntu bietet sich auch eine Ubuntu-Installation auf einer virtuellen Maschine an. Dies wird hier am Beispiel Windows Server 2003 Enterprise (V5.2, SP2) oder auch nur ein XP, Sun VirtualBox V3.4.0 (mit VBoxAdditions 3.0.4) und Ubuntu 9.04 geschildert.

Die sinngemäße Übertragung auf andere Versionen und Varianten von Windows und VirtualBox sollte einfach sein. Die Unterschiede und Inkompatibilitäten zwischen Linux-Versionen und -Varianten sind hingegen im Allgemeinen so gravierend, dass die direkte Übernahme von anderweitig erprobten Tipps und Anleitungen leider selten gelingt.

Installation der VirtualBox

Man hole sich eine Installationsdatei wie

15.08.2009 71.195.152 VirtualBox-3.0.4-50677-Win.exe

21.11.2009 72.333.840 VirtualBox-3.0.12-54655-Win.exe

oder neuer und lasse sie laufen. Das ist problemlos und einfach.

Lediglich die Registrierung, die man ansonsten ja gerne machen würde, unterlässt man. Sie scheitert an zwei Bugs: Die Sun-Software kommt direkt nicht mit (Firmen-) Routern und Proxies klar und bei der Authentifizierung wird der SUN-account in Form einer e-Mail verlangt (die er definitiv nicht hat).

Wegen des ersten Grunds funktionieren auch Updates bzw. Update-Abfragen der VirtualBox in Firmennetzen nicht. Die VirtualBox erlaubt selbst keinerlei Proxy-Einstellungen und übernimmt auch die von Windows oder von Web-Anwendungen nicht.

Herstellen einer virtuellen Maschine

Dies ist der nächste Schritt nach dem Starten der eben installierten Anwendung VirtualBox. Am besten geht man durch sämtliche Einstellungsmenus einmal durch. In den meisten Fällen kann und sollte man die default-Einstellungen beibehalten.

Speicher und Platte: Wenn man eine leistungsfähige und gut ausgestattete Windows-Workstation hat, kann man die Einstellungen bezüglich Arbeitsspeicher und Plattengrößen ruhig etwas großzügiger wählen — und wenn nicht, wird man am virtuellen System eh wenig Freude haben.

Bootreihenfolge: CD/DVD dann Platte (default; lassen).

CD /DVD: Hier bindet man ein echtes CD-Laufwerk (z.B. G:) des Wirtssystems ein. Von diesem kann dann auch die Installations-CD / -DVD booten. Eine Alternative (siehe unten) ist die einfache Einbindung eines ISO-Images einer Installations-CD.

Audio und Netzwerk: Hier übernimmt man die default-Einstellungen (Windows direkt bzw. NAT).

Serielle Schnittstelle und USB: Beides einbinden. COM1 steht als serieller Port dann Linux und dem Java Framework Frame4J zur Verfügung.

Gemeinsame Ordner: Hier sollte man auf jeden Fall (mindestens) ein Windowsverzeichnis ( z.B. S:\forAll als sforall) bereitstellen. Ein solches für Linux sichtbares Verzeichnis ist der einfachste Weg für den Dateitransfer.

Installieren von Ubuntu

Wenn man die eben erstellte virtuelle Maschine startet, versucht sie vom eingebundenen CD-Laufwerk zu booten. Hier kann man nun eine “echte” CD mit (für unser Beispiel) Ubuntu 9.04 einlegen, wie sie beispielsweise “Linux intern 03/09″ beilag.

Als (bessere, weil schnellere) Alternative kann man ein ISO-Image (ggf. von der selben CD oder aus dem Netz), wie oben erwähnt, statt des Laufwerks einbinden; z.B.

ubuntu-9.04-desktop-i386.iso 20.04.2009 732.909.568

ubuntu-9.10-beta-desktop-i386.iso 17.10.2009 731.252.736

Im letzter Fall gelangt man nach dem Start sofort zur Ubuntu-Installation mit dem Sprachauswahlfenster als ersten Gruß, der schnell beantwortet sein will. Hier klickt man sich nun durch. Die meisten Ubuntu-Einstellungen, auch zur Partitionierung, kann man wie vorgeschlagen übernehmen.

Bei all dem muss man erst mal nur wissen, dass man die Maus mit der unteren rechten cntl / Strg -Taste aus der VirtualBox befreit. Mit den guest extensions wird das gleich viel besser.

Falls man ein eingebundenes ISO-Image zur Installation benutzt hat (s.o.), sollte man dies vor dem Neustart der erfolgreich installierten Ubuntu-Maschine durch ein “echtes” CD-/DVD-Laufwerk (das möglichst leer ist!) ersetzen.

Guest-Extensions

Diese sind eine Spezialität von SUN’s VirtualBox und für komfortables Arbeiten ein Muss. Mit ihnen bekommt man

  • vernünftige (beliebige) Bildschirmgrößen bzw. -auflösungen,
  • Freiheit für die Maus (könnte eine Tierschutzparole sein, ist es aber nicht),
  • Einbindung von Windowsverzeichnissen als Linux mount und
  • Zugriff auf Geräte und (serielle) Schnittstellen.

Als Preis für den (enormen) Gewinn stellen diese extensions einen ziemlichen Umbau des Linux-Systems dar. Dieser Umbau setzt einmal Einiges an installierten Werkzeugen voraus (Ant, Make, C, kernel-includes und was nicht alles). Die meisten Ubuntu-Installationen bringen diese gleich mit; bei Suse hingegen fehlt oft was. Und zum anderen überlebt der “Umbau” größere Updates nicht. Dennoch sollte man zuerst die guest extensions installieren und zum Laufen bringen.

Nach dem (Neu-) Start befiehlt man der VirtualBox

“Geräte -> Erweiterungen installieren”.

Letzteres installiert gar nichts, sondern bindet nur ein Laufwerk mit der entsprechenden Software ein.

Zur Installation öffnet man eine Shell (Anwendungen -> Zubehör – > Terminal [sic!]) und gibt dort den folgenden Befehl:

sudo ‘/media/cdrom0/VBoxLinuxAdditions-x86.run’

Anschließend (nach Erfolg) darf man neu starten.

Ubuntu (guest extended = ) wohnlich machen

Als erstes kann man nun das VirtualBox = Ubuntu – Fenster von der unzumutbaren Winzigkeit auf eine komfortable Größe ziehen.

Diese feature hat man ebenso wie die freie Maus und die gemeinsame Zwischenablage “umsonst”.

Für alles Andere muss man noch ein bisschen arbeiten.

Windowsverzeichnis (s.o.) einbinden: Hierzu geht man wieder in die shell. Die braucht man so oft, dass man sie sich am besten gleich auf die Leiste (oben) zieht. In ihr gibt die folgenden Kommandos:

sudo mkdir /mnt/sforall

cd /mnt/

dir

sudo mount -t vboxsf forAll /mnt/sforall

dir sforall

Unter Umständen geht das “sudo mount” schief (mit protocol error oder Ähnlichem). Nicht verzagen, sondern Folgendes versuchen:

  • Aushängen und wieder Einhängen des Windows-Ordnersunter VirtualBox -> Gerät.
  • Neuinstallation der guest extensions.
  • Ubuntu Neustart.

Insbesondere der letzte Schritt kommt dauernd und hilft sehr oft; hier scheint Linux 9.04 schlimmer zu sein als es ältere Windows-Varianten je waren.

Nun gut. Wenn Alles klappte, sieht man unter Ubuntu’s /mnt/forall/ einen Windows-Verzeichnisbaum zum Lesen und Schreiben. (Den Trick macht das file system vboxsf der VirtualBox (extensions).)

Windowsverzeichnis permanent einbinden: Der eben (hoffentlich) erlebte Erfolg überlebt den nächsten Neustart nicht. Das

sudo mount -t vboxsf forAll /mnt/sforall

müsste jedes mal wiederholt werden. Das permanent Machen geht erfahrungsgemäß (nur) so:

sudo gedit ‘/etc/init.d/vboxplusmount’

sudo update-rc.d vboxplusmount defaults

cd ‘/etc/init.d’

sudo chmod +x vboxplusmount

(Alle Befehle in der shell.) Im mit gedit geöffneten Texteditor gibt man

folgenden Zweizeiler ein:

#!/bin/bash

mount -t vboxsf forAll /mnt/sforall

Das war’s. Nun hat man den “mount” nach jedem Start automatisch. (Test mit Neustart.)

Netzwerk nach außen und Updates

Bei tatsächlicher oder per Fritzbox-DSL (oder sonstwie gescheiter Netzwerk-Administration) vorgegaukelter direkter Verbindung zum Internet funktioniert die Verbindung nach außen für’s Ubuntu nun im Allgemeinen schon. Bei Routern und Proxies (von Firmennetzwerken) hat SUN’s VirtualBox selbst Probleme und die dazu vorgeschlagenen Abhilfen sehen Eingriffe bei den Routern etc. vor, was sich i.A. von selbst verbietet.

Hier lässt nun wenig allgemeingültiges sagen. Leidvolle Experimente zeigten, dass die für den unterlagerten Windows-Host problemlos funktionierenden Automatismen, Proxy-Scripte etc. nicht aufs gehostete Ubuntu übertragbar sind. Das Einzige, was letztlich (im Beispielfall) funktionierte, war (in Ubuntu) unter System -> Einstellungen -> Netzwerk-Proxy den Firmen-Proxy fest und ohne wenn und aber für alle Protokolle einzusetzen (i.A. als NameSedProxy und port 8O8O).

Der minimale Test ist der Zugang zum (externen) Internet mit dem Firefox in dessen Installationseinstellung. Solange das nicht geht, braucht man Updates, Downloads etc. aus Ubuntu heraus gar nicht erst versuchen.

Im Erfolgsfalle ist es nun an der Zeit mal

System -> Systemverwaltung -> Aktualisierungsverwaltung

zu versuchen. Im Allgemeinen hat sich gegenüber der bei der Installation verwendeten CD bzw. dem ISO-Image schon Einiges geändert.

Dies sollte man per Zustimmung installieren. Je nach Bandbreite und (virtueller) Rechnerleistung kann dies Ganze schon etwas dauern. Hinzu kommen zwei Neustarts: einer fürs Update und einer nach der erneut fälligen Installation der durch die Updates (meist) zerstörten guest additions. Kriterium für zerstörte guest additions sind natürlich:

a) Maus gefangen,

b) keine gemeinsame Zwischenablage und

c) o.a. mount (mnt/sforall/ im Beispiel) geht nicht mehr.

Wenn das so ist, …

sudo ‘/media/cdrom0/VBoxLinuxAdditions-x86.run’

Und wenn man schon beim “Updaten” ist, holt man sich gleich ein paar später doch vermisste Kleinigkeiten:

sudo apt-get install traceroute

sudo apt-get install gcal

Zwischen-Resümee

Nun haben wir ein erfolgreich installiertes und aktualisiertes und dank SUNs guest extensions gut in Windows integriertes Linux-System.

Die ganze virtuelle Maschine mit unserem schönen Ubuntu lässt sich mit export appliance exportieren und nach Transfer der .ocf und .vdmk files anderswo aufsetzen. Auf diese Weise gelingt auch das Verpflanzen des auf einer VirtualBox unter Windows Server 2003 enterprise gemachten Ubuntu auf einen XP-Laptop.

Es muss allerdings gesagt werden: Die “Transplantation” dauert ihre Zeit.

Java-Installation

So komisch es klingt: Wenn man Glück hat, ist noch kein Java installiert.

Wenn man Pech hat, gibt es schon (ein wild verlinktes) GNU-Java i.A. letztlich zu finden unter: /usr/lib/jvm/java-6-openjdk/bin

Dieses würde sich nach

java -version

bzw.

/usr/lib/jvm/java-6-openjdk/bin/java -version

so vorstellen:

 java version "1.6.0_0"
 OpenJDK Runtime Environment (IcedTea6 1.4.1) (6b14-1.4.1-0ubuntu11)
 OpenJDK Client VM (build 14.0-b08, mixed mode, sharing)

Wir möchten aber SUNs Java 1.6.16 oder neuer und sind eher froh, wenn das eben Gezeigte nicht geht. Der eine Weg zum Gewünschten geht über die Paketverwaltung und der andere über den Download von SUN; z.B. von

21.11.2009 81.792.634 jdk-6u17-linux-i586.bin

das man über das gemeinsame Verzeichnis (S:\forAll -> /mnt/sforall/) bereitstellen kann. Diese Datei lässt man einfach laufen. Kommandofolge:

mnt/sforall/jdk-6u17-linux-i586.bin

sudo mkdir /usr/lib/jvm

sudo mv /home/mapa/jdk1.6.0_17 /usr/lib/jvm/jdk

/usr/lib/jvm/jdk/bin/java -version

(alles in der Shell)

Um das Ganze dauerhaft und leicht verwendbar zu machen fügt man den folgenden Dreizeiler

# java export

export JAVA_HOME=/usr/lib/jvm/jdk

export PATH=/usr/lib/jvm/jdk/bin:/usr/sbin:/usr/bin:/sbin:/bin

mit sudo gedit /etc/profile so ziemlich am Ende der bearbeiteten Datei ein. Dann geht der direkte Aufruf aller Java-Werkzeuge und java -version liefert nun:

java version “1.6.0_17″

Java(TM) SE Runtime Environment (build 1.6.0_17-b04)

Java HotSpot(TM) Client VM (build 14.3-b01, mixed mode, sharing)

Java-Erweiterungen

Nun holt man sich noch alle nützlichen Java-Erweiterungen (das meiste von der Windows-Installation) zum Ubuntu. Die Dateien

aweinertbib.jar comm.jar gwt-servlet.jar junit.jar servlet-api.jar

bcmail-jdk14-137.jar frame4j.jar iText-2.0.7.jar mail.jar toolbox.jar libLinuxSerialParallel.so sowie javax.comm.properties

hat man vorher im o.g. gemeinsamen Verzeichnis bereitgestellt. Spielentscheidend ist frame4j.jar und außerdem, dass javax.comm.properties und libLinuxSerialParallel.so Linux-spezifisch sind.

Unter Frame4J ist alles zu finden. Kommandofolge:

cd /mnt/sforall

dir *.jar

dir *.so

dir *.properties

sudo cp *.jar /usr/lib/jvm/jdk/jre/lib/ext/

sudo cp javax.comm.properties /usr/lib/jvm/jdk/jre/lib/

sudo cp libLinuxSerialParallel.so /usr/lib/

java AskAlert

java ShowProps

java ShowPorts

Eclipse

Für Eclipse Ganymede holt man die Datei (24.08.2009)

89.249.110 eclipse-java-ganymede-SR2-linux-gtk.tar.gz

oder neuer und stellt sie (vom Windows-Host aus) im gemeinsamen Verzeichnis sforall (s.o.) bereit.

Kommandofolge zum Installieren und Starten:

cd /usr/lib/

sudo tar xfzv ‘/mnt/sforall/eclipse-java-ganymede-SR2-linux-gtk.tar.gz’ /usr/lib/eclipse/eclipse

Wenn man vorher schon ein Projektverzeichnis ($HOMR/eclipseWS z.B.) anlegt und ein paar Projekte dorthin kopiert, kann’s gleich losgehen.

Geht sofort: Das oben installierte SUN Java wird erkannt und genommen — einschließlich aller installierten Erweiterungen (Frame4J etc.). JUnit geht.

Klappt nicht: Die Integration von Subversion (in vorhandene Projekte) geht nicht.

Wenn man sich einen “Starter” für Eclipse auf den Desktop oder die obere Leiste legt, fehlt scherzlich (man ist Ästhet) die passende Ikone. Hierfür holt man sich am Besten ein entsprechendes .svg-Bild (scalable vector graphic) und macht sie sinngemäß so verfügbar:

sudo cp ‘/mnt/sforall/eclipse-icon-clean.svg’

‘/usr/share/icons/hicolor/scalable/apps/’

cd /usr/share/icons/hicolor/scalable/apps/

sudo chmod 777 ./eclipse-icon-clean.svg

Von Ganymede zu Galileo (z.B.)

Ein update auf eine neuere Version wie beispielsweise

02.09.2009 197.288.898 eclipse-jee-galileo-linux-gtk.tar.gz

oder neuer geht sinngemäß einfach so:

cd /usr/lib/

sudo tar xfzv ‘/mnt/sforall/eclipse-jee-galileo-linux-gtk.tar.gz’

Das einfach “Drüber Auspacken” ist ja etwas dreist — aber es funktioniert im Allgemeinen. Das Vorgehen, also das Weglassen des vorherigen Löschens, hat den zusätzlichen Charm, dass Zufügungen noch da sind, wie beispielsweise die des großen Deutschen Wortformenbuchs mit

sudo cp ‘/mnt/sforall/de_DE.dic’ ‘/usr/lib/eclipse/dropins’

sudo chmod 777 /usr/lib/eclipse/dropins/de_DE.dic

Siehe hierzu den Blog “Deutsches Wörterbuch für Eclipse” ([en]).

Subversion

Die Installation und Verwendung von Subversion ist schon unter Windows nicht ganz unkompliziert; siehe auch dieses Tutorial.

Am Ende hat man ja

  1. den Server (i.a. auf Apache),
  2. den command line client,
  3. die Explorererweiterung (tortoise),
  4. die Eclipse plugins

und 5… evtl. noch mehr.

In der professionellen Umgebung ist es dann aber kein Problem, all dies aktuell und zueinander passend zu halten — zur Zeit des Schreibens auf V 1.6.5 .

Unter Ubuntu wird dies, scheint es, nicht so unterstützt. Die vorgegebenen Installationsverfahren liefern ein 1.5.x und behaupten dreist, dies sei der neuste Stand. Dies ist insofern “richtig”, als professionelle Subversion-Anbieter oft nur RedHat aber nicht Ubuntu unterstützen.

Der abweichende Stand 1.5.x vs. 1.6.x ist insofern störend, als diese nicht zueinander kompatibel sind. Übertragene oder gemeinsame Projekte (die sich in dieser Virtualisierungsumgebung ja geradezu anbieten) werden mit “Your subversion is too old to …” bzw. “Der Client ist zu alt, um mit der Arbeitskopie …” abgewiesen.

Die zum Windows-Stand passende Installationsdatei (27.08.2009)

11.687.433 CollabNetSubversion-client-1.6.5-2.i386.rpm

(.rpm RedHat package manager) ist nicht direkt installierbar.

Aber letztlich führen diese shell-Kommandos zum Erfolg:

sudo apt-get install alien

sudo alien -i

‘/mnt/sforall/CollabNetSubversion-client-1.6.5-2.i386.rpm’

/opt/CollabNet_Subversion/bin/svn –version

alien ist ein Programm, dass .rpm unter Ubuntu handhaben kann: das erste Kommando installiert alien und das zweite nutzt es zum akuellen Zweck. Den Erfolg zeigt das letzte Kommando. Zur allgemeinen problemlosen Benutzbarkeit macht man mit sudo gedit /etc/profile (siehe oben) folgende Änderung

export PATH=/usr/lib/jvm/java-6-sun/bin:/opt/CollabNet_Subversion/bin:/usr/sbin:/usr/bin:/sbin:/bin

(in einer Zeile!). Dies ist die wesentliche Verteidigungslinie gegen zusätzlich installierte Versionen von Subversion und Java. (Gegen die ist ja kein Kraut gewachsen: irgendwann nutzt man ein Installationspaket, indem eine Abhängigkeit steht; man passt nicht auf: und schwupp … ein zusätzliches …).

Zusätzlich ediert man noch $HOME/.subversion/servers und bringt dort sinngemäß folgendes rein:

[global]

http-proxy-exceptions = *.fh-bochum.de, PD331S, pd331s, PD3047, pd3047

http-proxy-host = 193.175.85.14

http-proxy-port = 8080

# http-proxy-username = defaultusername

# http-proxy-password = defaultpassword

# http-compression = no

http-auth-types = basic;digest;negotiate

In Ihren Fällen werden andere Einträge erforderlich sein. Die Regel ist für die o.a. Netzwerkeinstellungen der VirtualBox und des Ubuntu ganz einfach:

Kopieren Sie Ihre funktionierende Windows-Datei

C:\Dokumente und Einstellungen\<konto>\Anwendungsdaten\Subversion

Subversion in Eclipse

Die Integration, Nachinstallation und Nutzung, von SVN in Eclipse gestaltete sich, wie oben schon angedeutet schwieriger als erwartet und vor Allem viel schwieriger als unter dem Windows desselben (Host-) Rechners. Als Grundvoraussetzung gilt nach vielen Beshreibungen folgendes:

sudo apt-get install libsvn-java

Das geht schnell und problemlos. Es hat zumindest nicht geschadet. Und festzustellen, ob’s wirklich nötig war, lohnt die Mühe nicht.

Das Holen der SVN-Erweiterung (und nur der) von

http://subclipse.tigris.org/update_1.6.x

als “new update site” ist führt letzlich zum gewünschten Erfolg.

Es funktioniert aber erst mal nicht in der Form, dass nach langer (time out) Zeit jeweils nichts geschah bzw. über unmögliche Verbindungen gemeckert wurde. Es zeigte sich, dass das Linux-Eclipse obwohl es sich so konfigurieren läßt (und war) die Netzwerkeinstellungen des Systems oder von Browsern nicht übernimmt. Im Gegensatz zur Window-Ausführung funktioniert das Linux-Eclipse in einem Firmennetz nicht in Grundkonfiguration. Es kann keine Außenverbindungen knüpfen, weder für Updates bzw. Ergänzungen noch als SVN-Client.

Man kommt also wohl nicht umhin, unter

Preferences -> General -> Network-Contections

die “manual settings” zu aktivieren und alle Proxy-Einstellungen auch hier noch mal zu wiederholen.

Es darf angemerkt sein, dass dergleichen Mehrfachangaben bei Linux eher die Regel sind und doch Zweifel an Handhabbarkeit im professionellen Einsatz aufkommen lassen. Man muss (müsste und tuts ja doch nicht) langsam Buch führen, wo und in welcher Form und Weise man diese Einstellungen überall hingetragen hat, für den Fall, dass sich die Firmenfirewall mal ändert.

Resümee

Wir haben ein aktualisiertes und dank SUNs guest extensions gut in Windows integriertes Ubuntu, das auf einer flotten Host-Maschine auch ganz passabel schnell läuft. Mit SUN-Java, Eclipse und Subversion steht auch die unter Windows verwendete Entwicklungs- und Laufzeitsoftware mit gleichen Erweiterungen zur Verfügung, so daß die Zielsetzung der Windows-/Linux-Kompatibilitäts- und Interoperabilitätstests schon ganz gut erfüllt ist.

Was noch fehlt ist das Ganze noch runder zu machen. Dazu gehörte etwas dem Windows-Explorer Vergleichbares. Der “Orte” (wie “Städte”) genannte Nachbau kann, neben vielen anderen Mängeln, administrativ ja gar nichts. Damit ist gemeint, dass bei fast allen bebtrachteten Versionen etwas, wozu man ‘sudo’ bruacht, graphisch nicht geht. Und eine Windows-vergleichbare (Tortoise) Integration von Subverion in einen solchen Explorer steht noch auf der Wunsch- /Todo-Liste.

Nachträge Juni 2010 .. Januar 2011

Es gab im Weiteren viele Tiefen und einige Höhen. Die (nun)  Oracle-Virtualbox wurde um Einiges besser.  Die Probleme mit der SUN-Registrierung und dem dauernden Zerschießen der guest additions sind weg.

Auch Ubuntu hat sich weiterenwickelt und wurde auch schon mal “stand alone” installiert.

Alles ging teilweise gut bis zu Ubuntu 11.10. Bei dessen Installation, aber auch bei updates, kommt fast unabwendbar eine (Nicht-) Bedienoberfläche ins Spiel, die den Vorteile von Ubuntu (einfache Bedienbarkeit, orientiert am Standard) zunichte macht.

Nun beginnen mühsame Recherchen zu oft wirkungslosen Tipps, wie man den Unity genannten Quatsch loswird, Nach einer wirksamen Entfernung läuft in mancher lange (und gelegentlich gerne) betriebenen Installation nichts mehr. 11.10 ist wohl das Aus für Ubuntu. Siehe Artikel “Linux Mint is it”.

Ein Kommentar zu “Ubuntu und VirtualBox”

  1. phaus am 25. Aug 2009, 22:59  

    Hallo…

    schön mal wieder etwas zu lesen.

    VirtualBox hat sich in der letzten Zeit ganz schön gemacht. Vor allem die Möglichkeit, VMs in ein offenes Format zu exportieren mir oft schon sehr hilfreich gewesen.

    Zu den Linux Dingen:
    ein sudo -s gibt einem nach der Eingabe des Benutzerkennwortes dauerhaft (für die Session) Root-Rechte. Weiterhin gibt es auch die Möglichkeit, anstatt einer Terminasitzung mit Userrechten, eine Sitzung mit Rootrechten zu starten. Normalerweise kommt dann einmalig eine Kennwortabfrage und damit wird man nicht mehr belästigt.

    Alternativ bieten sich auch viele der graphischen Mount-Tools an.

    Um Medien dauerhaft (auch nach einem Start) gemountet zu behalten, sollte man sich die /etc/fstab genauer ansehen – Einzelheiten müsste ich nachlesen und kann ich auch nachreichen. Allerdings ist diese Datei für das Mounten beim System-Startup zuständig.
    [Dies wurde gestestet und ist im geschilderten Zusammenhang gescheitert. Im Artikel steht die funktionierende Lösung. A.W.]

    Eine gute Alternative für die VBox-Sharing Funktion ist aber immer auch die direkte Freigabe per Windows und dann der Zugriff innerhalb von Ubuntu über einen SMB-Client (das mache ich momentan mit MacOSWindows so).

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